Höhlen (Übersicht)

 

Im Kyffhäusergebirge sind derzeit etwa 60 Höhlen bekannt. Die größte Höhle ist die Numburghöhle bei Auleben. Sie ist mit einer Länge von ca. 1750 m zugleich die zweitgrößte Höhle Thüringens (Stand 2005). Der größte gefundene Hohlraum der Numburghöhle soll eine Höhe von 36 m erreichen. Teile der Höhle und der Höhleneingang stehen durch den Stausee Kelbra unter Wasser. Da eine Höhlenbefahrung der Numburghöhle lebensgefährlich ist, wurden die Eingänge aus Sicherheitsgründen verschlossen.

Die zweitgrößte und zugleich einzige touristisch erschlossene Höhle am Kyffhäuser ist die Barbarossahöhle (ca. 670 m), die nur zufällig entdeckt wurde, als unterhalb der Falkenburgruine nach Kupferschiefer gegraben wurde.

Die drittgrößte Höhle in der Gegend ist die  Schusterhöhle (auch Pferdeloch)  bei Tilleda (ca. 400 m). Diese befindet sich links neben dem Aufgang zur Königspfalz und kann nicht befahren werden. Im Mittelalter wurden im Höhlensystem der Schusterhöhle Abfälle und Tierkadaver entsorgt, was wiederholt für Ausbrüche von Typhus in der Kyffhäuserregion verantwortlich war.
Der letzte von den historischen Verunreinigungen der Schusterhöhle ausgehende Ausbruch von Typhus erfolgte im Herbst 1953 mit Todesopfern in Tilleda, Artern und Bad Frankenhausen mit je einem Opfer. Während der Epidemie 1953 wurde Tilleda durch Sicherheitskräfte von der Außenwelt abgeriegelt.

Die Prinzenhöhle (ca. 40 m) im Naturschutzgebiet bei Rottleben wurde durch einen gescheiterten Prinzenraub und durch das dort in der Vergangenheit abgebaute Marienglas bekannt. Sie kann mit einer entsprechenden Taschenlampe befahren werden.

Schwieriger erreichbar ist die relativ unbekannte Bärenhöhle im Spatenberg (von Spat für spaltbarer Stein). Sie hat eine Größe von ca. 15 x 15 m  und verfügt über zwei Eingänge. Beide Eingänge sind vergittert. Eine Befahrung der Bärenhöhle ist deshalb nicht mehr möglich.
 

Barbarossahöhle (Falkenburger Stollen)
Barbarossahöhle
(Falkenburger Stollen)
In der Bärenhöhle
In der Bärenhöhle


Das Höhlensystem im Naturschutzgebiet Kattenburg / Kosackenberg wurde von unseren Vorfahren bereits im 5. Jahrtausend v. Chr. aufgesucht. Bei archäologischen Ausgrabungen wurde eine Vielzahl wertvoller Funde geborgen, die für Aufsehen sorgten und darauf schließen lassen, dass diese Höhlen in der Vergangenheit als bedeutende Kultstätte genutzt wurden. In einigen Quellen wurden die Funde dem Kannibalismus zugeordnet und die Höhlen als Kannibalenhöhlen bezeichnet, was nach heutigem Erkenntnisstand nicht mehr uneingeschränkt vertreten werden kann.

Weitere kleinere Höhlen verteilen sich hauptsächlich auf die Kyffhäusersüd- und -westhänge (Naturschutzgebiete) und sind teilweise einsturzgefährdet. Eine Befahrung ist deshalb in jedem Fall zu unterlassen.

Weniger bekannt ist die Lothshöhle, die sich in der zwischen der Rothenburg und Kyffhäuserdenkmal / Reichsburg Kyffhausen befand und deren spärlichen Überreste nur mit Ortskenntnis auffindbar sind.
Sie diente um 1720 als Versteck der berüchtigten Diebesbande um den Frankenhäuser Loth (“Hundsnase”). Nachdem eine hohe Belohnung auf Loth und seine Komplizen ausgesetzt wurde, konnte die Räuberbande festgenommen werden. Die Höhle wurde nach der Zerschlagung der Bande im Auftrag des Fürsten von  Rossla zerstört. Loth starb im Februar 1722 im Gefängnis Sondershausen an seinen durch Festnahme und Verhör erlittenen Verletzungen. Vier seiner Bandenmitglieder wurden im Oktober 1721 auf dem Markt in Sondershausen hingerichtet.

Opferhöhlen, Eingang Höhle 16
Opferhöhlen,
Höhle 16

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